Ausblick: Ab Juli geht's wieder los - wir freuen uns auf Sie und euch!

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Zum Nachdenken und Mitreden - für Antworten und Austausch!

Sichtbar! „Wenn die blöde Corona-Zeit vorbei ist?“

„Weißt du, was ich alles machen will, wenn die blöde Corona-Zeit vorbei ist?“ So fragt meine siebenjährige Tochter immer wieder. Und dann zählt sie auf, was ihr wichtig ist, was sie vermisst und was sie sich sowieso erträumt – von „den Opa wieder treffen“, bis zu „in die Schule dürfen“ und „eine weiße Schimmelstute“.

Was mich an diesen Dialogen beschäftigt, ist, dass ich ja gar nicht antworten kann auf dieses „wann ist es endlich soweit?“. Und ich merke, dass alles besser wäre als keine Antwort, keine Sicherheit, kein Zeitpunkt, der sich fassen lässt und auf den wir hin leben könnten. Und wer weiß schon, ob der Alltag überhaupt oder in absehbarer Zeit wieder so wird, wie wir ihn kannten.

Ich spüre, wie ich ungeduldig werde bei diesem Fragespiel meiner Tochter. JETZT, nicht irgendwann vielleicht, will ich, dass sich einiges wieder ändert – oder es soll so bleiben, wie ich es kannte und für selbstverständlich hielt.

Da ist so vieles, was auf meine Jetzt-Liste gehören würde. Ich möchte wieder Menschen nah sein können. Ich möchte, dass in all den politischen Diskussionen um Hilfsprogramme und Unterstützungsfonds neben wirtschaftlichen auch ökologische, soziale und feministische Aspekte wichtig werden. Ich möchte, dass bei aller Not vor Ort auch die Not von Menschen weltweit im Blick ist. Ich möchte ein Europa, das solidarisch zusammenhält. Ich möchte keine Verschwörungstheorien mehr hören und bin entsetzt über Rassismus und Gewalt in den USA und überall. Wann wird sich das endlich ändern?

Und wenn ich mal ganz nah bei mir bleibe? Daheim sozusagen, wo ich seit Monaten sehr viel Zeit verbringe. Ich möchte nicht mehr plötzlich (von wem auch immer) dazu bestimmt sein, neben Job und ganz normalem Haushalt, auch noch Lehrerin zu sein und dabei erleben, dass um mich herum fast nur Frauen diese Arbeit machen – daheim mit den Kindern oder zu versorgenden Angehörigen. Wer sagt eigentlich, dass das machbar ist? Und wenn Schulöffnung bedeutet, dass es ein Angebot von zwei Vormittagen pro Woche gibt und ohne dass die Kinder miteinander spielen dürfen – wem tut das gut?

Und dabei denke ich wieder an meine Tochter und an andere Mädchen und mir fällt auf:

Ich möchte wieder Mädchen draußen spielen sehen! In unserer Wohngegend sind, wenn überhaupt, seit Wochen nur noch Gruppen von Jungs im öffentlichen Raum unterwegs. Und ich frage mich, wo die ganzen Mädchen hin sind? Müssen sie daheim helfen? Geschwister beaufsichtigen? Oder einfach drin bleiben?

Was fällt euch auf? Was würdet ihr gerne machen, wenn die Corona-Zeit vorbei ist? Was wünscht ihr euch für die Zukunft? Was brauchen wir alle JETZT?

Wir freuen uns über Antworten und Austausch!

Und je nach den Themen, die es betrifft, wünsche ich uns viel Kraft und Geduld und eben auch mehr Ungeduld und „sichtbar!“ sein.

Anne Daur-Lyrhammer

 

Kontakt: anne.daur-lyrhammer@frankfurt-evangelisch.de oder

eva-frauenzentrum@frankfurt-evangelisch.de